MZ-Radpartie
MZ-Radpartie

Sommer, Sonne, Spaß: Das war die MZ-​Rad­par­tie

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Puh, ist das heiß! Andrea Vargas Maldonado steigt ab und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Jetzt erst einmal in den Schatten und etwas trinken. "Dabei", sagt sie, "sind wir ja anderes gewöhnt." Und was? "Ein paar Berge", sagt sie und grinst. Vargas Maldonado kommt aus dem Thüringer Wald, unweit der Grenze zu Bayern. Mit ihrem Begleiter, Matthias Hölsken aus Halle, und dessen Sohn Julius Maratzki hat sie am Sonntag bei der MZ-Radpartie in die Pedale getreten - eine von fast 4 000 Teilnehmern der nunmehr elften Auflage.

Nun steht das Trio in Brehna, die historische Bockwindmühle im Rücken, und atmet erst einmal durch. Wie es war bisher? "Wir hatten am Anfang Rückenwind", sagt Hölsken, "das hat gut gepasst." Das Städtchen im Kreis Anhalt-Bitterfeld ist Hauptpausenort der beiden längsten Touren über 85 und 60 Kilometer, die beide von Halle gen Nordosten Richtung Bitterfeld führen. Brehna empfängt die Radler auf der Durchreise mit Autoscooter und Büchsenwerfen, Karussell und Hüpfburg - der Ort feiert am Wochenende auch sein Kinder- und Heimatfest. Die Bierbänke auf dem schattigen Schützenplatz sind rasch belegt, nachdem die Radpartie-Teilnehmer ihre Fahrräder abgestellt haben, dirigiert von freundlichen Helfern der Freiwilligen Feuerwehr.

Karina Schäfer balanciert vorsichtig ein Tablett voll mit Cola, Limo und Bier durch die Menge - für durstige Radlerkehlen. Zum vierten Mal radelt die Frau aus Halle mit, diesmal auf der 60-Kilometer-Route, "und es ist jedes Jahr toll".
Es gibt aber auch kritische Stimmen, sie beziehen sich auf die Versorgung mit Essen.
Auch wer im Besitz der vorher ausgegebenen Verzehr-Coupons ist, muss in Brehna etwas länger warten.

Ein Spektakel wie die MZ-Radpartie funktioniert nicht ohne zahllose Helfer. Manche im Hintergrund, manche gut sichtbar - wie Lutz Rosin. Auf seinem Motorrad begleitet der Notfallsanitäter der Johanniter die Touren, auch Kollegen von ihm sind im Einsatz. "Ich habe alles dabei, was man für Erste Hilfe benötigt", sagt der 57-Jährige. Auf seiner Maschine transportiert er sogar einen Defibrillator für die Wiederbelebung.
Während Rosin das bunte Treiben vom Straßenrand aus beobachtet, treffen immer mehr Radler in Brehna ein. Das Feld zieht sich mitunter weit auseinander. Was auch daran liegt, dass viele unterwegs fleißig fotografieren. Die Mitteldeutsche Zeitung hatte dazu aufgerufen, Eindrücke von der Tour festzuhalten und die Bilder an die Redaktion zu senden. Möglich war das per WhatsApp oder Facebook. Eine Auswahl der schönsten Fotos ist unten auf diesen Seiten zu sehen; alle gibt es bei MZ.de.

Neue Eindrücke hat auch Annett Reimer gesammelt. "Einen Teil der Strecke kannte ich schon, aber vieles war neu für mich", sagt die passionierte Radfahrerin aus Halle. Dabei schwingt sie sich schon zum neunten Mal bei der MZ-Radpartie in den Sattel. Die 85 Kilometer, die sich vorgenommen hat? Kein Problem, sagt sie. "Ich fahre regelmäßig, meist 50 bis 100 Kilometer eine Tour." Erst am Vortag war sie im Mansfelder Land unterwegs.
Das ist auch ihr Wunsch für die nächste Auflage der Radpartie: "Dass es von Halle aus auch mal in diese Richtung geht." Da sei es ein bisschen bergiger - genau richtig für sie.