MZ-Radpartie
MZ-Radpartie

Unterwegs zwischen Genscher und Golf

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VON OLIVER MÜLLER-LOREY
Die Mini-Tour ist 17 Kilometer lang und eignet sich besonders gut für Eltern mit Kindern. Aber selbst auf der kürzesten angebotenen Strecke gibt es viel zu entdecken. Am Wegesrand warten einer der größten Politiker unserer Zeit, ein bedeutungsvolles Kirchenportal, drei Seen und ein nagelneuer Golfplatz.
Doch los geht es am 19. Juni erst einmal in Halle am MZ-Medienhaus. Der Startschuss fällt um 11 Uhr. Es geht in Richtung Osten über die Reide, bis nach Reideburg. Der Stadtteil hatte als Geburtsort Hans-Dietrich Genschers im März deutschlandweit Bekanntheit erlangt, als einer der größten Politiker unserer Zeit gestorben war. Wer nicht direkt auf die Straße Richtung Dölbau abbiegt, sondern 50 Meter geradeaus fährt, kann einen Blick auf Genschers Geburtshaus werfen.
Dann geht es raus aus der Stadt über gut befestigtes Kopfsteinpflaster. Die Entfernungen zwischen den Orten auf der Mini-Route sind marginal. Man fährt kaum länger als fünf Minuten über Land und das auch meistens über ruhige Straßen oder gar Radwege. Kurz vor Dölbau einmal einen Blick nach rechts werfen. Hier bauen die Leute ihren eigenen Spargel an. Der Weg durch Dölbau nach Naundorf erklärt sich von selbst: Immer auf der Hauptstraße lang, bis man zu einer unscheinbaren Kirche aus den Jahren 1210 bis 1220 kommt, der St. Peter, Paul und St. Ursula-Kirche. Die hat extra für die Teilnehmer der MZ-Radpartie am 19. Juni ab 11 Uhr geöffnet. Ein Blick hinein und auf die bemalte Holzdecke lohnt sich und geht vor allem schnell - versprochen! Beim Verlassen unbedingt einmal auf das kunstvolle romanische Portal schauen, das der Förderverein restaurieren will. Für Dorfkirchen im Saalekreis ist das einmalig.
Aber jetzt geht's wieder aufs Rad. Es sind gerade einmal ein paar Kilometer bis zum Pausenort: Kleinkugel. Auf dem Sportplatz der SG Dölbau wird es nicht nur Essen und Trinken geben. Kinder dürfen sich am 19. Juni hier richtig austoben, falls sie es auf der Strecke noch nicht getan haben. Gut gestärkt geht es die lange Seite des Fußballplatzes entlang raus aus Kleinkugel, einen ruhigen asphaltierten Feldweg entlang bis zu einem neben der Landstraße verlaufenden Radweg. Vorbeifahrende Autos sind gerade für die Kinder so überhaupt kein Problem. Wenn die Bahn-Unterführung passiert ist, ist Zwintschöna erreicht. Der Ort hat ein schmuckes Freibad. Keine Angst, genau da geht's auch noch lang. Aber erst einmal durch den Ort, vorbei an einem Schild, das allen Faulpelzen Mut macht: "Halle-Reideburg 3 km." Aber ein paar Kilometer sind es schon noch.
Hinter Zwintschöna liegt der einzige etwas fiese Abschnitt der Tour: Eine Landstraße mit kleiner Kuppe. Hier schön weit rechts und mit Kindern vorsichtig fahren! In wenigen Minuten ist das Stück geschafft. Spätestens hinter dem Freibad ist die Straße wieder gut einsehbar. Kleiner Tipp: Wem das Kopfsteinpflaster vor Kanena zu sehr ruckelt, der kann über die fest gefahrene Erde am rechten Wegesrand rollen. Das fährt sich besser. In Kanena ist der Untergrund wieder gut für Radfahrer geeignet, zumal der interessanteste Teil der Strecke noch wartet. Parallel zu den Bahnschienen biegt man noch vor der Unterführung rechts ab in Richtung Hufeisensee. Ganz wichtig: Im Uhrzeigersinn um den "Hufi" fahren! Bloß nicht einfach stumpf geradeaus, sonst ist man gegen den Uhrzeigersinn unterwegs und das etwas länger.
Die Strecke geht über den neuen Rundweg am See, vorbei an den bereits grünen Wiesen des neuen Golfplatzes. Wer später noch einmal vorbeikommen will, kann den Fußball-Golf-Parcours nutzen. Dauer: etwa zwei Stunden. Am nördlichen Ende des Sees geht es zurück auf die Delitzscher Straße dem Ziel entgegen.